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ConPhyMed in Guangzhou und Hongkong: TCM-Forschung und internationale Zusammenarbeit im Fokus

Im Anschluss an die Veranstaltungen in Shanghai setzte ConPhyMed im Oktober 2026 seine China-Reise in Guangzhou und Hongkong fort. Im Mittelpunkt standen der wissenschaftliche Austausch, Einblicke in die klinische Anwendung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sowie die Weiterentwicklung internationaler Kooperationen.

Die Besuche an Krankenhäusern und Universitäten zeigten, wie traditionelle chinesische Behandlungsmethoden mit moderner medizinischer Forschung und pharmazeutischer Entwicklung verbunden werden. Neben der Heilpflanzenkunde und der klinischen Praxis standen insbesondere neue Forschungsansätze und Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit im Vordergrund.

Integrative Medizin und klinische Forschung in Guangzhou

Am 20. Oktober besuchte die Delegation ein Krankenhaus in Guangzhou, das sowohl westliche Medizin als auch Traditionelle Chinesische Medizin in die Patientenversorgung einbindet. Mit nach Angaben der Gastgeber rund 6.000 ambulanten Behandlungen täglich gehört die Einrichtung zu den großen medizinischen Versorgungszentren der Region. Darüber hinaus verfügt das Krankenhaus über etwa 300 hauseigene Präparate, die einen Einblick in die pharmazeutische Praxis der chinesischen Medizin ermöglichten.

Ein Schwerpunkt des fachlichen Austauschs war die klinische Forschung zur Behandlung von Herzinsuffizienz. In wissenschaftlichen Präsentationen wurden aktuelle Forschungsarbeiten und therapeutische Ansätze aus der TCM vorgestellt und diskutiert. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung die wissenschaftliche Untersuchung traditioneller Behandlungsmethoden für deren Einordnung in die moderne Medizin hat.

Am folgenden Tag stand die chinesische Arzneipflanzenkunde im Mittelpunkt. Gemeinsam mit TCM-Studierenden besuchte die Delegation ein Museum sowie das für seine Heilpflanzenvielfalt bekannte Luofu-Gebirge. Hier wirkte bereits im 4. Jahrhundert der chinesische Arzt und Gelehrte Ge Hong, dessen medizinische Schriften Jahrhunderte später eine wichtige Rolle in der modernen Arzneimittelforschung spielen sollten. Seine Aufzeichnungen zur Verwendung der Heilpflanze Qinghao lieferten der chinesischen Pharmakologin Tu Youyou einen entscheidenden Hinweis bei der Entwicklung des Malariawirkstoffs Artemisinin, der aus Artemisia annua (Einjähriger Beifuß) gewonnen wird. Für diese Entdeckung erhielt sie 2015 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Die Exkursion verdeutlichte damit eindrucksvoll, wie traditionelles Heilpflanzenwissen und moderne pharmazeutische Forschung miteinander verbunden sein können.

Besuch der Guangzhou University of Chinese Medicine

Am 22. Oktober folgte ein Besuch der Guangzhou University of Chinese Medicine, einer auf Traditionelle Chinesische Medizin spezialisierten Universität. Das Programm umfasste Einblicke in die akademische Ausbildung, die Arzneipflanzenkunde sowie die pharmazeutische Forschung.

Besonderes Interesse weckte die Vorstellung neuartiger Mikronadelpflaster, bei denen zahlreiche feine Nadeln mit wirkstoffhaltigen Anwendungen kombiniert werden. Die präsentierten Entwicklungen, unter anderem für kosmetische und schmerzbezogene Anwendungen, verdeutlichten, wie traditionelle Behandlungskonzepte mit modernen pharmazeutischen Technologien weiterentwickelt werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Universitätsbesuchs war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU). Die Vereinbarung bekräftigt das gemeinsame Interesse, den wissenschaftlichen Austausch zu vertiefen und Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen auszuloten.

Damit erhielt der Aufenthalt in Guangzhou neben den fachlichen Einblicken auch eine konkrete Perspektive für die weitere internationale Zusammenarbeit.

Fachlicher Austausch an der Chinesischen Universität Hongkong

Eine weitere Station der Reise war am 23. Oktober die Chinesische Universität Hongkong. Die Hochschule verbindet akademische Ausbildung und wissenschaftliche Forschung mit der praktischen Anwendung chinesischer Medizin.

Im Rahmen des Besuchs stellten die Vertreter von ConPhyMed ihre Aktivitäten und Erfahrungen im deutschen Markt für Traditionelle Chinesische Medizin vor. Im Gegenzug erhielten sie Einblicke in die Arbeit der Universität und ihrer klinischen Einrichtungen.

Die Besichtigung von Behandlungsräumen und einer Apotheke vermittelte einen Eindruck davon, wie die Versorgung mit chinesischen Arzneimitteln und die praktische TCM-Behandlung vor Ort organisiert sind. Im Mittelpunkt der Gespräche standen zudem mögliche Anknüpfungspunkte für den weiteren fachlichen Austausch.

Internationale Zusammenarbeit als Grundlage für die Weiterentwicklung der TCM

Die Stationen in Guangzhou und Hongkong ergänzten die zuvor in Shanghai geführten Gespräche um weitere Perspektiven aus Forschung, Lehre und klinischer Praxis.

Für ConPhyMed ist der internationale Austausch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit an der Schnittstelle zwischen chinesischer Arzneitherapie und europäischen pharmazeutischen Anforderungen. Die Besuche verdeutlichten, welche Möglichkeiten sich aus der Verbindung traditioneller Erfahrungen, wissenschaftlicher Forschung und pharmazeutischer Kompetenz ergeben.

Mit neuen fachlichen Impulsen, erweiterten Kontakten und konkreten Ansätzen für die zukünftige Zusammenarbeit wurde die langjährige Verbindung zwischen ConPhyMed und chinesischen Partnern weiter gestärkt.